Freitag, 11. Mai 2012

Konfirmation


Unsere Kinder und der Göga sind evangelisch, ich selbst katholisch. Die Mädchen haben beide auf eine Konfirmation verzichtet, weil sie nicht gläubig sind und nicht nur wegen der vielen Geschenke ein solches Fest feiern wollten, so wie es wohl viele andere Teenies machen. Das haben wir Eltern unterstützt, wir sind stolz auf die ehrliche Haltung und finden, den Weg zum Glauben – oder auch nicht – sollen unsere Kinder selbst finden.

Bei vielen Familien in unserer Umgebung ist die Konfirmation aber eine eiserne Tradition, die man schon wegen der Omas und Tanten und Paten unbedingt feiern muss. So kam es, dass wir innerhalb der Verwandtschaft an einer Konfirmation teilnehmen durften.

Der Gottesdienst war sowohl inhaltlich als auch musikalisch sehr beeindruckend. Sehr modern, gesellschaftskritisch und auf Jugendliche eingehend. Wären alle Pfarrer so wie dieser dort, hätte die Kirche sicher mehr Zulauf von jungen Menschen.

Sehr befremdlich fand ich, dass der Vater des Konfirmanden während des Gottesdienstes seine Mails auf dem Eifon checken und über andere Konfirmanden lästern musste. Wichtig war an der Feier auch, dass das Lokal teuer war und erhebliche Geschenke geliefert wurden. Die Konfirmation als Selbstdarstellung der Eltern – das ist dort schon immer so.

Ich bin gespannt, wie der Konfirmand sich weiter entwickeln wird. Momentan ist er ganz der Sohn seines Vaters, hat sich beispielsweise darüber aufgeregt, dass auch die Familie eines anderen Konfirmanden im selben Restaurant feierte, obwohl „die“ sich das eigentlich gar nicht leisten können…

Wir selbst haben gerade ganz große Sorgen, über die ich momentan gar nicht schreiben kann. Ich saß daher teilweise weinend im Gottesdienst und hoffte, dass mir jeder die Nummer mit der Allergie glauben würde. Aber ich nahm auch viel Trost mit aus den Worten des Pfarrers.

In den Tagen danach kämpfte ich weiter gegen das Böse, das uns gerade so belastet – inhaltlich und finanziell. Es scheint, als hätten wir Hilfe gefunden, aber ich traue der Sache (und der Person) noch nicht so ganz. Es ist noch nicht alles entschieden, wir warten angespannt auf den erlösenden Anruf. Für die finanzielle Seite gibt es immerhin einen Hoffnungsschimmer: Ich saß besorgt vor meinen Zahlen und überlegte, wie das alles gehen soll, da klingelte das Telefon und eine spannende Frau bat um ein Angebot. Kurz danach meldete sich ein weiterer Interessent, zwei andere kleinere Angebote laufen bereits. Irgend etwas davon wird hoffentlich klappen, es würde uns sehr helfen.

Daumen und himmlische Unterstützung nehmen wir gerne !

Kommentare:

Mella hat gesagt…

Daumen und Hoffnungsschimmer schicke ich Dir auf jeden Fall!
Auch wenn ich Dir nicht mehr anbieten kann, als dass Du mir eine Mail schreibst, in der Du Dich so richtig auskotzt. Immer, wenn Dir danach ist. Eine Antwort bekommst Du von mir auf jeden Fall!

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Ich lese sehr gerne in einem amerikanischen Blog einer Mutter von fünf Kindern unter, ich glaube, mittlerweile 7 Jahren (darunter zwei mal Zwillige), die sehr religiös ist, und immer wieder einen schönen Satz schreibt:

"God makes up for the difference."

Ich finde -- auch wenn ich noch lang nicht so religiös bin, wie ich tue, *ggg* -- den Satz sehr tröstlich, und gerade fiel er mir in dem Zusammenhang Deines Blogs und der überraschenden neuen Aufträge ein...

Liebe Grüße an Dich, ich denke an Euch und hoffe, dass ich alles zum Besseren wendet!

Corinna

Anonym hat gesagt…

Eigentlich ginge es auch mal ohne Sorgen...

Eine Freundin schickt mir montags immer einen Wochengedanken. Heute war es dieser:

„Die Hoffnung ist der Regenbogen über den jäh herabstürzenden Bach des Lebens.“
(Friedrich Wilhelm Nietzsche, aus „Weisheit für Übermorgen. Unterstreichungen aus dem Nachlass (1869 - 1889)“, dtv-Verlag)

Ich habe mit ihr darüber gemailt. Weil man manchmal keinen Regenbogen sieht, es ja auch gar nicht immer wahrscheinlich ist, dass es einen gibt. Und während ich das schrieb, fiel mir ein ganz aktuelles Beispiel ein, wo der Regenbogen völig unerwartet auftauchte. Also der sinnbildliche...

Ich wünsche dir, dass die Wolken sich verziehen. Und dass es wieder heller wird!

Liebe Grüße
Geertje

Coratriton hat gesagt…

Ich hoffe, die Daumen nützen noch was - sie sind auf jeden Fall gedrückt! - Bei uns sind die Kinder alle nicht getauft und der jüngste hat sich dann entschieden, sich taufen und konfirmieren zu lassen - ich fand es gut, dass er sich ganz alleine dafür entschieden hat. Und ich denke nicht, dass es wegen der Geschenke war (obwohl es die sehr großzügig gab...)

Frau Kreis hat gesagt…

Hier - meine Daumen für dich! (und dass sich das Böse bald in Nichts auflöst)