Sonntag, 18. April 2010

Rosie

Eine Fast-Nachbarin hier züchtet Meerschweinchen. Daher dürfen wir oft ganz süße kleine Minibabys anschauen, und natürlich dürfen wir uns jederzeit melden, wenn wir solche Tierchen haben möchten, wir sind ständig auf dem laufenden, was die Wurfplanung betrifft.

Meine Töchter hätten gerne Meerschweinchen, und sie hatten auch mich inzwischen weichgekocht. Im Gegensatz zu Kaninchen brauchen die nämlich eher weniger Platz, vor allem nach oben, denn sie hüpfen nicht. Sie werden auch nicht ganz so alt wie Karnickel, nicht so groß, und sie produzieren weniger Verdauungsabbauprodukte. In den Ferien könnten sie zur Nachbarin, futtertechnisch sind sie anspruchslos, nur der Tierarzt könnte etwas ins Geld gehen, allerdings nicht so sehr wie bei den Hunden.

Mein Mann aber war dagegen. Kann ich verstehen, wir haben ja durchaus einiges an Viechzeug hier, mehr muss nicht sein.

Keine Meersauen also im Hause DukeimNetz.

Am Freitag bekam ich einen aufgeregten Anruf von meiner Nachbarin. Es handelte sich um einen Notfall. Sie hatte bei einer Möchtegernzüchterin ein Meerschweinchen gerettet, das in seiner Herde gemobbt wurde. Die anderen Tiere bissen das arme Mädchen immer, es war seelisch schon ganz am Ende und hatte einige Verletzungen. Da konnte meine Nachbarin nicht anders, sie schnappte das Tier, nahm es mit, und hatte daheim ein Problem. Denn diese Meersau möchte momentan nicht zu anderen erwachsenen Tieren, braucht dringend Ruhe. Für einen weiteren Käfig nur für ein Tier hat meine Nachbarin keinen Platz mehr, blieb also nur das Tierheim – oder ein Anruf bei Sylvia….

Ihr ahnt es schon:

Wir haben nun auf dem Balkon den „Reisekäfig“ der Kaninchen aufgebaut – der ist 1,20 m breit, bietet also massig Platz für ein kleines, angeschlagenes Meerschweinchen. Streu und Heu und Stroh und Löwenzahn und Co. haben wir ja sowieso, ein Karton dient als Hütte, und nun erholt Rosie (<- der Name ist der Wunsch meiner Kinder, soll „Rrrrrrrrrrrrrrrrousiiiiiiiiii“ ausgesprochen werden) sich von dem Stress. Da Meerschweinchen niemals alleine leben sollten, wird Rosie bald eine Freundin bekommen – diese wird demnächst geboren werden, die Entbindung steht kurz bevor. Ein älteres Meerschweinchen mit einem Baby zu sozialisieren ist wohl problemlos, sagt zumindest meine Nachbarin.

Es ist wie immer – in unserer Familie haben selbst die Tiere einen Knall – nun wohnt hier also auch ein ex-gemobbtes Meerschweinchen.

Ja, ihr dürft mich auslachen, ich stehe dazu !

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Also...eigentlich wird sie "Rosie" geschrieben.
~J.

Mella hat gesagt…

nix auslachen !!!
Tiere ohne Knall sind sowieso langweilig - oder willst Du wirklich so ein austauschbares Tierchen haben, ohne eigene Persönlichkeit und Charaktereigenschaften?
Finde den Trend Richtung "Uniform" (weiß kein besseres Wort) sowieso doof. Deshalb haben hier auch alle einen Knall :-)

Mella

Shidave hat gesagt…

Hm ,ich weiß nicht, wenn ich mir meine 3 So angucke, Futtertechniosch sind die nicht unbedingt anspruchslos, Sicher, kein Trockenfutter und viel Heu, aber dazu kommt ja noch das ganze Gemüse was sie so futtern. ^^

Sylvia hat gesagt…

Hallo Shidave, willkommen hier !

Hm, wir haben ja auch Kaninchen, und wir bepflanzen einen Hobbyacker. Daher gibt es hier eigentlich immer Unmengen an Grünzeug, Äpfeln, Karotten, dazu kommt noch das Saisongemüse - das müßte eigentlich reichen *hoff*.

Sylvia hat gesagt…

@ J.: Okay, ich hab den Namen geändert, so sieht's auch besser aus.

Frau Mahlzahn hat gesagt…

*lol*, mir scheint Rrrrousssiiie könnte sich auch in der Oststeiermark wie zu Hause fühlen, den Dialekt hätte sie jedenfalls schon mal.

Wir füttern unserem Killerkaninchen übrigens gerne Kartoffelschalen, die nimmt sie gerne und viel (Trockenfutter mag das liebe Tierchen nicht so gerne), und jetzt ist ja auch wieder Radischenzeit...

So long,
Corinna