Sonntag, 12. August 2012

Wahl des richtigen Studienfachs

Falls ihr Kinder im entsprechenden Alter habt oder wissen wollt, was ihr vielleicht besser studiert hättet, dann nehmt euch Zeit und macht die Tests dieser Seite (ist absolut anonym, aber ihr solltet wirklich Zeit haben):

http://www.was-studiere-ich.de/


Donnerstag, 9. August 2012

High Heels



© fovito - Fotolia.com


Früher, zu kinderlosen Bänkerzeiten, als ich Größe 34/36 und kurze Kostümchen tragen konnte und daher auch trug, besaß ich viele Stöckelschuhe und nur ein Paar Sneakers. Schließlich trug ich die High Heels auch privat, auch zu Jeans, und ich konnte damit vollkommen problemlos gehen. Da ich jeden Morgen etwas knapp dran war – auch das damals kein Problem, ich musste mich ja nur um mich selbst kümmern und keine Kinder antreiben - musste ich regelmäßig zum Zug rennen – das ging mit den hohen Absätzen ebenso wie die sehr wirksame Verteidigung gegen den aufdringlichen Sabberkollegen, der jeder jungen Frau gerne seinen Bierbauch an den Rücken schob. Bei mir unterließ er das sehr schnell, denn ich ging dann „versehentlich“ rückwärts, und so ein Absatz tut auf dem Fußrücken ziemlich weh… Die flachen Schuhe trug ich nur auf rustikaleren Veranstaltungen und manchmal zum Einkaufen.

Dann wurde meine erste Tochter geboren, und ich stellte fest, dass sich ein Kinderwagen mit flachen Schuhen besser schiebt. Der Großeinkauf wurde  tatsächlich groß und erforderte beide Beine fest auf der Erde. Unser zweites Kind kam mit kurzem Abstand, und mit einem Kleinkind an der Hand und einer schwangerschaftsbedingt veränderten Statik sind flache Schuhe deutlich sinnvoller.

Junior kam drei Jahre später als drittes Kind, wieder waren Stöckelschuhe ungünstig. Beruflich war ich schon lange nicht mehr bei einer Bank, sondern musste ab und zu über Baustellen oder durch fremde Gärten stapfen – auch nicht gut mit Absätzen. Es folgte der Umzug in ein renovierungsbedürftiges Haus, der erste Hund, so dass ich für die Hunderunden auch noch richtig lauffreudige Treter  und gute Gummistiefel brauchte.

Mein Outfit änderte sich nach und nach. Würde die stöckelnde Banktussi von damals die jobbende Hausfrau und Mutter mit flacheren Schuhen, Problemzonen, Falten und Augenringen sehen, würde sie die Augen verdrehen. Ich habe schon lange keine richtigen High Heels mehr gekauft, nur noch flache Schuhe, Stiefeletten und Pumps mit eher niedrigem Absatz. Wenn eine fünfköpfige Familie beschuht werden muss, erfordert das gewisse Einschränkungen, und meine damals teuren Stöckelschuhe sind ja eigentlich noch zeitlos und gut.

Nun spüre ich, dass ich mich wieder mehr auf das Leben mit Absätzen stürzen möchte. Und stelle mit großem Bedauern fest, dass ich nicht mehr so einfach laufen kann mit richtig hohen Schuhen. Ich habe sehr schmale Füße, das bedeutet, ich komme nur mit den richtig guten Marken klar, die auch richtig viel kosten. So viel wie locker drei bis vier Paar Kinderschuhe für den Herbst. Das ist gemein, aber ich mag die alten „guten“ Schuhe nun doch nicht mehr sehen. Mit denen übe ich noch ein bisschen, und dann werde ich shoppen gehen bei Firma KönigKaiseroderso.


Mittwoch, 18. Juli 2012

Faule Ausrede


Wer eine Eigentumswohnung kauft, schon bei der Schlüsselübergabe Streit mit mehreren Nachbarn hat und gleich mal keine Nebenkosten bezahlt, macht sich als Neukunde und Neumitglied der Eigentümergemeinschaft so richtig beliebt.

Auf eine Mahnung mit der ausgesprochen frech vorgebrachten Behauptung, das angegebene Konto existiere nicht, obwohl die anderen Eigentümer seit Jahren problemlos überweisen, und selbst nach mehrfachem Vergleich der Daten mich überheblich anzumachen, das alles könne nicht sein, man habe sich nicht vertippt, macht richtig Lust auf die erste Eigentümerversammlung mit diesen Leuten.

Tut mir leid, aber bei denen haben sich wirklich alle Befürchtungen aufgrund der Eckdaten schon jetzt mehr als erfüllt. Alle, wirklich alle. Wollen wir wetten, dass die Dame ein ausgesprochen aufdringliches Parfüm benutzt ?

Samstag, 7. Juli 2012

Vespa






Der Göga ist seit Jahrzehnten aktiver Feuerwehrmann. Auch das hat ihn als potentiellen Ehemann interessant gemacht, denn durch die Vorliebe für Karl-May-Filme in meiner Kindheit habe ich wohl zu viele brennende Siedlungen gesehen und hatte als Kind große Angst vor Feuer. Noch heute habe ich vor dieser Gewalt zumindest Respekt. Da lebt es sich mit einem Fachmann an der Seite entspannter.

Die Feuerwehr hat in den Pfingstferien ihren traditionellen Familienausflug veranstaltet. Da aber außerhalb der Dienste nur wenige enge Kontakte bestehen  - zu unterschiedlich sind die Lebensweisen und Ansichten der Feuerwehrfamilien – waren wir bisher noch nie mit dabei. Ich gebe zu, der Gedanke an eine Busfahrt mit der einen oder anderen anstrengenden Feuerwehrsgattin, an die Beschallung durch Schlagermusik und an eine womöglich feuchtfröhliche Rückfahrt war abschreckend.  Dieses Jahr aber was das Hauptausflugsziel sehr interessant, und wir meldeten uns doch an.

Angenehm war, dass überwiegend nette junge Familien dabei waren. Der Bus war toll ausgestattet, kein Vergleich mehr zu den Bussen aus meiner Schullandheimzeit. Die Schifffahrt auf dem Neckar war gemütlich und bei perfektem Wetter sehr angenehm, und der bereits erwähnte Aufenthalt in Bad Wimpfen lehrreich und toll. Es war nur fröhlich, alkoholarm und nett.

Aber ich als ehemalige Vespa-Fahrerin hatte mich natürlich schon wochenlang vor allem auf das Technik Museum in Sinsheim gefreut – dort gibt es zur Zeit eine wunderbare Sonderausstellung: 66 Jahre Vespa - der Kultroller





Das Museum  an sich ist schon toll und einen Besuch wert. Aber die Vespas – hach, das Paradies ! Ich habe den Akku des Fotos leer- und die Speicherkarte vollgeknipst und wäre am liebsten geblieben. Wenn ihr Zeit habt, geht hin, es lohnt sich !

Meine frühere Vespa, wäre sie nicht „verschwunden“  (ach, hätte ich das doch niemals zugelassen !) ist noch immer ein Liebhaberstück und wird in einschlägigen Portalen für irre Preise gehandelt.  Kürzlich habe ich genau dieses, sogar in „meiner“ damaligen Farbe, an der roten Ampel vor mir gehabt und musste mich zügeln, nicht auszusteigen und die Fahrerin anzuschleimen. Roller im allgemeinen und Vespas im besonderen waren nie wirklich aus der Mode. Und auch wenn ich momentan Dänemark vorziehe, mein zweites Lieblingsland war und ist Italien.

Leider kann ich aus gesundheitlichen Gründen eher  kein Zweirad mehr fahren, aber streicheln geht immer noch. Und so habe ich beschlossen, ein bisschen zu sparen und den Markt zu beobachten. Kurzstrecken gehen durchaus, und man sollte ja auch nicht immer nur vernünftig sein.

Ich könnte mein Logo aufkleben, dann fällt der Kauf einer Vespa in den Werbeetat J

Freitag, 29. Juni 2012

Bad Wimpfen

Was uns in den Pfingstferien für ein paar Stunden nach Bad Wimpfen geführt hat und warum ich jetzt doch auf eine Vespa spare (das Modell im Link ist rein zufällig ausgewählt), das erzähle ich euch dann demnächst.

Ich wünsche ein wunderschönes Wochenende !


Samstag, 16. Juni 2012

Deutschland - Dänemark.....

Dänemarkurlaub hin oder her, das hier muss jetzt sein:

Sonntag, 3. Juni 2012

Selbständig - selbstständig und Familie


Ich vermute, seit der Rechtschreibreform sind beide Schreibweisen zugelassen, aber als ältere Dame zucke ich bei der zweiten Variante zusammen.

Dieses Buch ist mir in unserer wirklich gut sortierten Bücherei in die Finger und anschließend in die Tasche gefallen:



Und seitdem ärgere ich mit.

Ich bekomme die Krise bei dem Titelbild: Genau so sollte es eben nicht laufen. Man kann nicht konzentriert arbeiten mit einem Baby im Arm. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede, denn  auch ich habe auf diese Weise Briefe und Protokolle geschrieben.  Für die ich dann doppelt so lange gebraucht habe wie normal, bei denen es schrecklich viele Fehldrucke gab, weil ich Tipp- und Grammatikfehler übersehen habe, weil der Text nicht gut war, weil man die Konzentrationsprobleme einfach gemerkt hat. Und dazu kam noch, dass das Baby auf meinem Arm in dieser Zeit eben nicht gut betreut war, sondern meistens quengelte und ganz sicher nicht auf einen komischen Bildschirm starren wollte.

Arbeiten mit Baby oder Kleinkind, von daheim aus, funktioniert nur mit sinnvoller Kinderbetreuung. Bei mir lief es so, dass meine beiden Töchter zum Glück sehr gute Schläfer waren, ab 19.00 Uhr hatte ich zuverlässig Ruhe. Da mein Mann abends beruflich bedingt oft nicht daheim ist und ich selbst ein Nachtmensch bin, war es kein Problem, abends mehrmals pro Woche noch am Schreibtisch zu sitzen. Tagsüber hatte ich nur wenige Termine, die ich betreuungstechnisch organisieren konnte.

Junior, unser drittes Kind, schlief aber nie auch nur ansatzweise normal. Ich konnte zu keiner Tages- oder Nachtzeit zuverlässig arbeiten.  Dazu kam dann noch, dass das erste Kind eingeschult wurde, und mein Zeitplan nun auch noch von außen fremdbestimmt wurde – die Grundschule hatte ein ausgesprochen intensives Mütterbeschäftigungsprogramm, und als Selbständige mit freier Zeiteinteilung nimmt man natürlich brav an allem teil, damit das Kind nicht unter der Berufstätigkeit der Mutter leiden muss – gerade in einer extrem hausfrauendominierten Gegend.   Ein Jahr lang kämpfte ich verzweifelt, dann aber ergab es sich, dass eine Bekannte mir von einer Tagesmutter erzählte, die gerade einen freien Platz hatte.  Damals war das Wort „Tagesmutter“ noch eher negativ besetzt, und Andrea war sowieso die einzige Frau im Ort, die fremde Kinder betreute.  

Für uns war sie ein Glücksfall, sie betreute Junior an zwei bis drei Vormittagen pro Woche, mehr konnte ich mir nicht leisten, und heute ist sie längst eine gute Freundin von uns.

Rückblickend muss ich gestehen, dass ich schon sehr viel früher eine Betreuung hätte suchen sollen, aber die Zeiten damals waren noch ganz anders. Ich wurde von einigen Seiten angegriffen, dass ich ein so kleines Kind in fremde Hände gebe, meine Schwiegermutter war beleidigt (obwohl sie keineswegs in diesem Umfang geholfen hätte), kurz – ich war eine böse Rabenmutter.

Daher kann ich dieses Titelbild nicht billigen.

Es geht aber weiter: Die Farbe Lila ziert nicht nur den Einband, sondern wird auch im Text teilweise verwendet.  Klare Botschaft: Es sind nur Frauen in Teilzeit selbständig. Das deckt sich keineswegs mit meinen Erfahrungen. Zunehmend melden auch Männer ein Nebengewerbe an, was übrigens meiner Ansicht nach sehr sinnvoll ist, wenn man noch in den Anfangsjahren steckt.

Inhaltlich ist das Buch viel zu oberflächlich. Wer sich noch gar keine Gedanken gemacht hat, mag Denkanstöße bekommen, aber das war es auch schon. Auch die Wortwahl, „nebenbei“, suggeriert wenig Ernsthaftigkeit. Das geht mehr in die Richtung der Hausfrau, die mit ihrem Bastelhobby ein bisschen etwas dazuverdienen möchte, was vollkommen legitim ist, aber nur eine Nische der Selbständigkeit.

Viel mehr Substanz hat dieses Buch:


Es ist “männlicher” geschrieben – dafür aber sachlich und hilfreich.

Für mich ist trotz aller Widrigkeiten die Selbständigkeit nach wie vor eine ideale Möglichkeit, mehrere Kinder und eine Berufstätigkeit unter einen Hut zu bringen.