Wer sich über die Probleme mit Campingbesteck wundert:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,655018,00.html
für den habe ich eine Geschichte, die sich dieses Jahr fast vor unserer Haustür (aber nur fast, wir wohnen in einem anderen Ort) zugetragen hat:
http://www.suedwest-aktiv.de/region/nwz/goeppinger_kreisnachrichten/4490930/artikel.php?SWAID=8f0367457d54191feef855d3c660e634
Auszug (Hervorhebungen durch mich):
Eine fünfköpfige Familie im Göppinger Stadtbezirk Holzheim ist seit vergangenem Freitag einem Spießrutenlauf ausgesetzt: Ein Großaufgebot der Polizei hatte am frühen Morgen die Werkstatt und das Wohnhaus der Familie umstellt, bewaffnete Beamte in Schutzwesten durchsuchten beide Gebäude. Zwei der drei Söhne wurden auf dem Weg zur Schule abgefangen und zur Kripo nach Göppingen gebracht. Hintergrund der Aktion, die für jede Menge Wirbel sorgt und nun ein rechtliches Nachspiel für die Polizei haben wird, ist ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss. Wie aus dem Schriftstück hervorgeht, soll ein Zeuge der Kriminalpolizei versichert haben, dass der 14-jährige Sohn der Familie "vor circa drei Monaten im Besitz einer scharfen Maschinenpistole des Typs Uzi mit scharfer Munition war". Verdacht auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Eine scharfe Waffe fanden die Polizisten bei der mehrstündigen Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume nicht - dafür vier Spielzeugwaffen aus Plastik.
Mal ganz am Rande: Drei Monate sind eine lange Zeit, falls das Kind tatsächlich einen Amoklauf geplant hätte.
Einerseits kann ich durchaus verstehen, dass in den letzten Monaten alle, die mit Schülern zu tun haben, etwas nervös sind. Lehrer werden "instruiert", woran sie potentielle Amokläufer erkennen (Achtung, das sind immer die ruhigen und braven Kinder, gaaaaanz eindeutig), obwohl die Mehrheit der Fachleute sagt, dass selbst Experten dies nicht voraussagen können, es gibt ständig Amokdrohungen, auch an der Schule meiner Töchter kam das vor, aber an die Wurzeln will keiner, denn das kostet Geld (kleinere Klassen, mehr Schulpsychologen...). Lieber rüstet man die Schulen technisch besser auf, schließt die Tore ab, gaukelt eine Sicherheit vor, die man auf diesem Weg ganz bestimmt nicht erreicht, die aber so nett medienwirksam ist.
Andererseits sollte man nun wirklich das Augenmass nicht verlieren. Junior wünscht sich dringend so eine Pistole, mit der man Schaumgummikügelchen herumschießt. Wir sind dagegen, auch wenn alle Jungs in der Nachbarschaft und auch einige der Dorfjungs aus seiner Schule so ein Teil haben - die "einfachsten" sind zugelassen für Dreijährige. Wenn ich mir nun aber vorstelle, dass irgend jemand auf komische Ideen kommt und uns anzeigt, dass meine Kinder von der Polizei abgefangen werden - das wäre schlicht ein total traumatisches Erlebnis für sie.
Eine Lösung habe ich auch nicht, aber trotzdem Bauchweh.
Mett-Pizza
Vor 57 Minuten

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen